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D. [wie Devil]
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26 MaiWieder Samsung

Zwei Wochen nachdem die Horizon-Box eingerichtet war, ist der Fernseher flöten gegangen. Wie? Einfach so.

Wir saßen eines Abends da und wollten unsere aktuelle Serie Fringe schauen. Das Essen stand bereits auf dem Tisch, es ging nur noch darum, die fünfte Staffel irgendwie auf den Schirm zu bekommen. Zu diesem Zweck wurde das Folio 100 Tablet reanimiert und mit einer Android-Version versehen, die mit HDMI keine Probleme zu haben schien. Wirklich einfach war das nicht, denn die Arbeiten an dem vier Jahre alten Gerät wurden vor fast zwei Jahren eingestellt – selbst von den Forumsmitgliedern. Toshiba hat das Gerät ja bereits noch der Auslieferung an den MediaMarkt aufgegeben.

Eingerichtet, angeschlossen, und dann fiel auf einmal auf, dass das Kontrastverhältnis nicht mehr stimmte. Andere Quelle gewählt – da funktionierte es – anfangs. Nach einem Neustart des Fernsehers ging’s auch wieder – allerdings die ersten fünf Minuten, danach konnte man dem Kontrast beim hinscheiden zusehen. Andere Quellen wurden ausprobiert, andere Kabel, selbst VGA am Laptop. Nein, es wurde nicht besser – irgendwas an dem Fernseher – vielleicht auch nur ein einziger Kondensator – war hin. „Geplante Obsoleszenz“, fluchte ich und holte eine uralte Zigarettenpackung aus der Kommode auf dem Weg zum Balkon.

Es war Dienstagabend, und am Samstag stand die Eurovision an. Dass der Fernseher flöten gegangen war, ärgerte nicht nur deshalb, sondern auch, weil vor zwei Wochen Horizon ins Haus ihren Einzug gehabt hat. Umso mehr ärgerte ich mich, dass dies jetzt einer Nullrunde gleich kommt. Für den nächsten Tag wurde eine Eruierung des Marktes, sowie eine Erkundigung beim lokalen TV-Reparaturservice geplant. Der Markt hat ergeben, dass billige Fernseher in der Größe (zweiunddreißig Zoll) aktuell um die dreihundert Euro kosten. Für die Reparatur würde ich daher maximal einhundert und fünfzig Euro ausgeben, darüber würde sich ein Neukauf lohnen. Nachdem der TV-Kondensator-und-Mainboard-Flüsterer recht unangenehm am Telefon geäußert hatte, dass die Untersuchung in jedem Falle sechzig Euro teuer wäre (und somit nur noch einhundert und zehn Euro für Ersatzteile übrig blieb), dachte ich mir, ein neuer Fernseher muss ins Haus.

Gesagt – getan, am Donnerstag fuhren wir also zum MediaMarkt. Ich war enttäuscht von dem Gedanken, dass der TV nach rund sechs Jahren Benutzung das Zeitliche gesegnet hatte, aber ich hatte bereits erfahren müssen, dass dies wohl „a normalis rei“ sei, sodass ich mich dem wohl beugen musste. Anfangs war es mir Leid, so viel Geld für vielleicht fünf Jahre TV-Vergnügen auszugeben, sah dann aber ein, dass es nichts bringt – kein Hersteller scheint es heute anders zu machen. Und dann wurde es – wegen der Bildqualität und der Schmäle des Geldbeutels dann doch wieder ein Samsung – trotz aller Enttäuschung dem koreanischen Hersteller gegenüber.

So war es dann, dass der Fernseher für etwa vier- bis fünfhundert Euro (je nach dem, wem man traute) unter der UVP (und günstiger als alle Online-Händler) über den Tisch gegangen war – er war ein Ausstellungsstück, und so wurde noch eine kleine Garantieerweiterung für fünf Jahre abgeschlossen – und ich war mit mir im Reinen.

Der Fernseher ließ sich schnell einrichten. Wer lesen kann, ist zwar klar im Vorteil, aber auch ohne der obligatorischen Ikea-Bedienungsanleitung (Unitymedia sind wohl nicht die einzigen) war der Fernseher schnell aufgestellt, eingerichtet und ins WLAN-Netz eingebunden (und hier rächt sich der Sicherheits-Fanatismus: das WLAN-Kennwort ist zu lang, also musste das Gast-Netzwerk reichen – und selbst das wird sich noch rächen). Und dann ging’s ans Ausprobieren. Auf der oberen Kante entdeckte ich irgendwas, und als ich dieses berührte, fuhr eine Webcam aus. Es wurde spannend.

Im späteren Smart Hub musste ich dann feststellen, dass Samsung gar nicht mehr so schlecht war, wie vermutet. Keine hüpfenden Kätzchen und schlecht übersetzte Menüs. Die Übergänge erinnerten (besonders im Zusammenspiel mit den Kacheln) dann etwas an Windows Phone, aber Samsung wird sein eigenes Süppchen gekocht haben. Schnell musste ich lernen, dass die wichtigsten Apps (ja, hier auch) „Skype“, „Watchever“, „Amazon Instant Video“, „Webbrowser“ und „App Store“ waren – es war mehr als ausreichend. Skype wurde sodann auch gleich getestet, und auch der Webbrowser bekam einen Besuch.

Warum der WLAN-Gastzugang sich rächen wollte, und welche weiteren spannenden Funktionen in der 3D-Glotze stecken, schreibe ich in den nächsten Tagen – es bleiben nun noch sechs Stunden Schlaf.

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